Gesündere Croissants und Blätterteige, bessere WOW-Emulsionen für smarte Drinks und Sojamilch-Käsereitechnik im Angebot der kanadischen University of Guelph für internationale Agri-Unternehmen

Agri-Food-Firmen aus 14 Ländern haben in den letzten 5 Jahren 24 Mio. Dollar investiert, um die Forschungskompetenz der "U of G" zu nutzen - deutsche und US-Firmen an der Spitze

Ob es um die Verbesserung des Kopenhagener Gebäcks, um die Ausweitung der Zutaten in der nächsten Generation smarter Getränke oder um einen neuen, mild-gereiften Käse geht, die durch Sojaprodukte gesünder werden: der Ontario Food Cluster lädt internationale Agri-Food-Firmen ein, sich in Kanadas größter Provinz niederzulassen. Diese Firmen können gemeinsam mit Ontarios 3200 Unternehmen im Agri-Food-Sektor, die 39 Mrd. Dollar umsetzen, von den Forschungsprogrammen der University of Guelph (U of G) profitieren, in denen Partnerschaften und Lizenzmöglichkeiten für Innovationen wie diesen entstehen.

Die Provinz Ontario investiert jährlich 88 Mio. Dollar in Innovationen aus der U of G. Diese Investitionen bringen der Provinz ca. 1,15 Mrd. Dollar an wirtschaftlichem Nutzen. Ein Großteil entfällt dabei auf das Agri-Food-Business mit seiner 130 Jahre langen Tradition in Zusammenarbeit mit der Universität. Darüber hinaus haben Agri-Food-Unternehmen aus 14 Ländern in den letzten 5 Jahren 24 Mio. Dollar investiert, um die Forschungskompetenz der U of G zu nutzen. An der Spitze liegen dabei deutsche und US-Firmen.

Aktuelle Beispiele für Lebensmittel- und Getränketechnik, die dem weltweiten Agri-Food-Sektor zur Verfügung stehen, sind:

Transfettsäurefreies ungehärtetes Pflanzenfett (Shortening) mit reduziertem Gehalt an gesättigten Fettsäuren, das für gesündere Croissants und Blätterteige eingearbeitet wird

Die Forschungsarbeit der University of Guelph hat zur Entwicklung eines ungehärteten Pflanzenfettes geführt, das auf Transfette ganz verzichtet und den Anteil gesättigter Fettsäuren in den Shortenings reduziert, die bei der Herstellung von Blätterteigen für Produkte wie Croissants und Kopenhagener Gebäck verwendet werden. Das Produkt zeichnet sich durch einen hohen Anteil an flüssigem Öl und betakristallinen Fetten aus, besitzt aber noch eine hohe ölbindende Wirkung, bei mechanischen Eigenschaften, die denen von normalen Beta-Prime-Shortenings mit hohem Anteil an gehärtetem Fett ähnlich sind.

Stabilisierte WOW-Emulsionen (Wasser-Öl-Wasser-Emulsionen) für die nächste Generation smarter Getränke

Bestimmte erwünschte wasserlösliche Inhaltsstoffe für Lebensmittel, wie z.B. bioaktive Moleküle, Salze oder Farbstoffe, können nicht ohne weiteres in Lebensmittel und Getränke integriert werden, weil sie entweder unerwünschten Geschmack hinzufügen oder zum schnellen Abbau führen. Ein verbessertes, an der University of Guelph erfundenes Wasser-Öl-Wasser (WOW)-Emulsionssystem ist in der Lage, verlängerten Schutz und verbesserte Freisetzungseigenschaften zu schaffen, die außerdem die Bildung von stabilen WOW-Emulsionen ohne den Einsatz von Hitze ermöglichen. Dadurch erweitern sich die möglichen Typen von Inhaltsstoffen, die bestimmten Produkten zugegeben werden können, von zukünftigen intelligenteren und gesünderen Getränken bis zu einem Schokoriegel in knallbunten Farben.

Käseprodukte, die aus einer Mischung aus Soja- und Milchproteinen hergestellt werden

Dank ihrer gesundheitlichen Vorteile werden Sojaprodukte von den Verbrauchern in westlichen Ländern verstärkt angenommen. Außerdem sind Sojazutaten gut zu verarbeiten. Es stellen zwar viele Firmen 'Käse' aus Sojaerzeugnissen her, aber diese Produkte haben bisher keine große Akzeptanz gefunden, weil eine Textur, die natürlichem Käse ähnlich ist, schwer nachzubilden ist. Die Forscher an der University of Guelph haben eine Methode für die Mischung von Milch- und Sojaproteinen im Käsereiverfahren entwickelt, mit der die gesundheitlichen Vorteile und die Kosteneinsparungen durch Soja mit dem Geschmack und der Textur von Milchkäse erreicht werden. Als erster Beweis für die Umsetzbarkeit dient ein mild gereiftes Käseprodukt.

"Das Programm der "U of G" zur Herstellung von Beziehungen mit dieser Branche ist der beste Weg für internationale Agri-Business-Firmen, unsere F+E-Kompetenz und Ressourcen zu nutzen", betonte Sue Bennett, Direktorin an der University of Guelph für die Beziehungen zwischen der Universität und der Bevölkerung/Wirtschaft. "Unser Team für Branchenbeziehungen arbeitet eng mit über 800 Forschern und 33 Universitätsinstituten zusammen. Es findet kurzfristig passende Ressourcen und nutzt gleichzeitig F+E-Budgets von Unternehmen. Es hat sich gezeigt, dass kanadische Provinz- und Bundesbehörden, die von der Industrie gesponserte Forschung unterstützen, jeden F+E-Dollar aus der Industrie im Verhältnis 2:1 oder 3:1 und sogar bis zu 8:1 nutzen können."

Über den Ontario Food Cluster

Der Ontario Food Cluster schafft Gelegenheiten für internationalen Handel und Investitionen für seinen wachsenden, 3200 Unternehmen starken Agri-Food- und Getränke-Sektor. Die Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung in der Provinz wird sich laut Prognosen bis Ende 2013 zu einer Branche mit 40 Mrd. Dollar Umsatz entwickeln. Die Lebensmittelexporte Ontarios summieren sich auf 9,91 Mrd. Dollar und 130.000 Menschen arbeiten direkt in den Bereichen Agri-Food-Verarbeitung/-Herstellung und Großhandel. Weitere 483.000 Menschen sind in verwandten Sektoren beschäftigt, z.B. im Food-Service, Einzelhandel und Fachgeschäften. Zu den Städten und Regionen im Ontario Food Cluster gehören Brantford, Hamilton, London, die Bezirke Elgin und Middlesex, Greater Toronto Marketing Alliance, Guelph, Niagara Region, Southwestern Ontario Marketing Alliance, Waterloo Region und Windsor-Essex. Der Cluster arbeitet außerdem mit Ontarios Ministerium für Landwirtschaft und Lebensmittel sowie mit dem Ministerium für den ländlichen Raum sowie mit Agriculture and Agri-Food-Canada (AAFC) und Kanadas Ministerium für Auswärtiges und internationalen Handel zusammen.